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Die Saison neigt sich dem Ende zu, das erste Herbstwetter steht vor der Tür – und irgendwo im Keller stapeln sich aufgebrauchte Kocher, klebrige Trinkflaschen und die Weste vom letzten Jagdtag. Genau jetzt entscheidet sich, ob deine Ausrüstung nächstes Frühjahr wieder einsatzbereit aus dem Regal kommt oder ob du neu kaufen darfst. Die gute Nachricht: Richtiges Reinigen und Pflegen ist keine Wissenschaft, kostet kaum Zeit und verlängert die Lebensdauer von gutem Equipment um Jahre. Wir gehen die wichtigsten Ausrüstungsgruppen durch – vom Gaskocher über das Kochgeschirr bis zur Funktionsweste – mit konkreten Schritt-für-Schritt-Anleitungen.
Die meisten Schäden an Outdoor-Ausrüstung entstehen nicht beim Einsatz, sondern danach: angefeuchtetes Kochgeschirr rostet im Kasten, Reste von Fett und Zimt in der Isolierflasche setzen Gerüste fest, eine Trinkblase im warmen Keller wird zur Bakterienkultur, und Funktionskleidung verliert über falsche Wäsche ihre Imprägnierung. Wer nach jedem Einsatz 15 Minuten investiert, hat am Ende mehr vom Geld – besonders bei Produkten, die konstruktiv auf Jahrzehnte ausgelegt sind.
Ein Gaskocher ist genügsam, aber nicht wartungsfrei. Beim Campingaz Bleuet 206 Plus mit 1.250 Watt gilt: Erst die Gaskartusche abkoppeln, dann abwarten, bis der Brenner vollständig abgekühlt ist. Die Topfhalterung lässt sich bei den meisten Einflammkochern abnehmen oder einklappen – nutze das für die gründliche Reinigung.
So gehst du vor:
Hartanodisiertes Aluminium und Edelstahl sind pflegeleicht, aber nicht wartungsfrei. Beim Esbit Trockenbrennstoffkochset mit 1100-ml-Aluminiumtopf gilt: Nach dem Kochen den Topf nur auswischen, wenn er abgekühlt ist – kaltes Wasser auf heiße Aluminium-Oberflächen kann das Material spannen und die Beschichtung leiden. Hartnäckige Brandflecken bekommst du mit warmem Wasser und einem Schuss Spülmittel weg, das über Nacht einweicht. Scheuermilch und Drahtschwämme sind tabu, sie zerstören die Oberfläche.
Der ultraleichte Esbit Titan-Kocher für 14-g-Tabletten ist besonders wartungsarm: Titan korrodiert nicht, du brauchst ihn nur auszuklopfen und feucht abzuwischen. Wichtig ist hier vor allem die Lagerung der Tabletten – sie gehören in die Originalverpackung oder in einen verschließbaren Beutel, feucht werden sie brüchig und brennen ungleichmäßig. Ein verschlossener Zip-Beutel im Trockenkochset-Topf reicht völlig.
Der Esbit Wasserkessel aus hartanodisiertem Aluminium mit 1.400 ml Fassungsvermögen wird im Innern mit der Zeit verkalkt, besonders bei hartem Wasser. Ein Esslöffel Zitronensäure in warmem Wasser, kurz stehen lassen, ausspülen – fertig. Der klappbare Haltegriff sollte nach der Reinigung trocken eingeklappt werden, damit das Gelenk nicht festsetzt.
Die größte Schwachstelle bei Thermoflaschen ist nicht die Isolation, sondern die Dichtung. Beim Esbit Isolierflasche Classic 1000 ml in Polar Blue mit den beiden Trinkbechern solltest du nach der Saison gründlich auseinandernehmen: Verschluss abschrauben, Silikonring entnehmen, alles einzeln mit warmem Wasser und Spülmittel waschen. Der Silikonring ist die übliche Quelle für Kaffeegeruch – er darf auch mal eine Nacht in einer Wasser-Zitronensäure-Lösung stehen.
Ein paar Pflegetipps, die wirklich etwas bringen:
Gleiches gilt für Trinkflaschen: Die CamelBak Chute Mag mit Magnetverschluss in 750 ml hat den Vorteil, dass sich der Verschluss komplett abnehmen lässt – damit gelangst du überall hin und kannst den Mag-Verschluss separat spülen. Bei der CamelBak Forge Flow vakuumisolierten Edelstahlflasche ebenfalls den Deckel demontieren und die Dichtung auswaschen – dort sammeln sich sonst Rückstände.
Bei Kindern sind die Ansprüche anders: Die CamelBak Eddy+ Kids Trinkflasche gehört nach jedem Einsatz in die tägliche Spülung, schon wegen der Saugrohre und Ventile. Diese Teile sind bei CamelBak spülmaschinenfest – das vereinfacht den Alltag erheblich. Trotzdem ein Blick aufs Saugrohr: Dort können sich Rückstände in den Ecken festsetzen, hier lohnt gelegentlich eine Bottichenbürste.
Kein Ausrüstungsteil verlangt so viel Hygiene wie eine Trinkblase. Warme Temperatur, stehendes Wasser, organische Rückstände – das ist die ideale Umgebung für Bakterien und Biofilm. Der CamelBak Lobo Trinkrucksack mit 3-Liter-Crux-Reservoir macht die Pflege zum Glück einfach, weil sich das Reservoir weit öffnen lässt.
Die Routine nach der Saison:
Zubehör, das mit Lebensmitteln in Berührung kommt, hat seine eigenen Gesetze. Der Campingaz Culinary Modular Hähnchenbrater und der Campingaz Culinary Modular Pizzastein brauchen gegensätzliche Pflege: Gusseisen und emaillierte Teile nur mit heißem Wasser und Bürste reinigen, ohne Spülmittel – das Fett wird zur Schutzschicht. Nach dem Trocknen ein hauchdünner Ölfilm mit Küchenpapier verhindert Rost.
Der Pizzastein dagegen wird niemals mit Wasser oder Seife gereinigt, er saugt alles auf. Verkrustete Rückstände abschaben, wenn der Stein kalt ist, oder abkratzen, wenn er noch warm ist – der Stein baut sich über die Nutzungen selbst auf und wird mit der Zeit besser. Bei starker Beschmutzung: Stein umdrehen und im Grill bei hoher Hitze ausbrennen lassen.
Wer eine thermoelektrische Kühlbox wie eine Powerbox besitzt, sollte den Campingaz Netzteil-Transformator 230V/12V vor der Einlagerung auf Kabelschäden prüfen und die Lüftungsschlitze der Box von Staub befreien – verstopfte Lüfter sind der häufigste Grund für nachlassende Kühlleistung.
Jagdbekleidung und technische Westen sterben selten im Einsatz, sondern in der Waschmaschine. Die Grundregeln:
Die Pinewood Tiveden Weste gibt es in Moss Green, D.Olive und L.Khaki und punktet durch ihren robusten TC-Lite-Mix aus Polyester und Baumwolle. Dieser Stoff verträgt die Waschmaschine gut, solange du Weichspüler meidest. Danach die Weste an der frischen Luft trocknen lassen, nicht auf der Heizung. Nach mehreren Wäschen lohnt eine Auffrischung der Imprägnierung mit einem PFC-freien Imprägniermittel – das ist deutlich günstiger als eine neue Weste.
Mützen wie die Seeland Ian Wendemütze aus 100 % Acryl gehören per Handwäsche oder Feinwäsche in einem Wäschesack gewaschen – Acryl kann bei zu heißer Wäsche verformen. Flach trocknen, nicht aufhängen.
Die Seeland Buckthorn Gamaschen mit SEETEX-Membran nach der Saison mit Wasser und Bürste vom Schmutz befreien, dann auf Risse in der Membran und Verschlüsse prüfen. Membranbekleidung und -zubehör nicht im heißen Zustand zusammenfalten, sondern vollständig trocknen lassen und locker lagern – Knicke in der Membran können über die Zeit zu Leckagen führen.
Der Seeland Feldjagd-Zielstock mit 4 Teleskopbeinen braucht kaum Reinigung, aber regelmäßige Kontrolle: Beine ausfahren, auf Sand und Erde in den Rohren prüfen, Schnappverschlüsse auf Funktion testen. Ein Tropfen feines Öl in die Teleskopgelenke hält alles geschmeidig.
Die Seeland Skeet II Weste für Wurfscheibenschießen nach dem Gebrauch ausschütteln und aussaugen – Pulverkorn und Schießpulverreste in den Taschen setzen sich sonst ab und scheuern. Bei starker Verschmutzung per Handwäsche, die robusten Westenstoffe mögen keine Maschinenwäsche bei hoher Drehzahl.
Am Ende zählt die Einlagerung. Unsere Checkliste für den Herbst:
Wer diese Schritte einmal als Routine etabliert hat, braucht pro Saison vielleicht zwei Stunden – und freut sich im Frühjahr über Ausrüstung, die sofort einsatzbereit ist. Ehrlich gesagt ist das der unspektakulärste, aber wirksamste „Kauf“ den man tätigen kann: kein neues Equipment, sondern die Zeit, das alte zu schützen.
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